Caravan-Kreditvergleich

 Kein Geld für einen neuen Caravan? Finanzieren kann die Lösung sein. Doch einige wichtige Punkte sollten Käufer beachten.

Das Thema Geld spielt beim Wohnwagen-Kauf eine große Rolle, schließlich kostet selbst ein kleines Modell schnell 10.000 Euro und mehr. Kein Betrag, den man mal eben aus der Portokasse zahlt. Während dem Thema Finanzierung früher ein Makel anhaftete – nach dem Motto: „Wer es sich nicht leisten kann, soll es lassen“ – so ist der Ratenkauf heute Gang und Gäbe. „Wir gehen davon aus, dass bis zu 50 Prozent aller Caravans finanziert werden – neu und gebraucht“, sagt Oliver Waidelich, Geschäftsführer des Deutschen Caravaning Handels-Verbandes (DCHV). Genaue Zahlen anzugeben ist schwierig, weil niemand weiß, wie viele Leute sich Geld bei ihrer Hausbank leihen, um beim Händler bar zu bezahlen – und so vielleicht sogar noch einen Barzahler-Rabatt rausschlagen.

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Wer einen Wohnwagen beim Händler auf Raten kauft, hat es dagegen mit einer Spezialbank zu tun: Commerz Finanz, Santander Consumer Bank, Auto Europa Bank, und die S-Kreditpartner der Sparkassen sind die Institute, die sich auf Finanzierungsmodelle für Freizeitfahrzeuge spezialisiert haben. Im Juli 2015 wurde die Erwin Hymer Group Finance gegründet, ein neuer Finanzdienst für Händler und Endkunden in Zusammenarbeit mit der FCA Bank. Ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Nachfrage nach Finanzierungsmodellen hoch ist.
Den Grund dafür sieht der DCHV-Geschäftsführer unter anderem in den derzeit extrem niedrigen Zinsen. „Wenn man bedenkt, dass die Zinssätze noch vor einigen Jahren zwischen sechs und sieben Prozent lagen, dann sind die Konditionen mit 3,5 bis 5,5 Prozent im Moment durchaus günstig.“ Das führe mitunter  dazu, dass sogar Leute ihr Fahrzeug finanzieren, die das Geld eigentlich sofort zur Verfügung hätten. „Lieber in geringem Maß Zinsen zahlen, als die eigenen finanziellen Reserven hergeben“, erklärt Waidelich die Motivation dieser Kunden.
Wer seinen Wohnwagen auf Raten kauft, muss sich entscheiden: Welches Finanzierungsmodell will ich, wie lang soll die Laufzeit sein und wie hoch die Raten? „Wichtigstes Kriterium ist immer die Ratenhöhe“, sagt Joachim Roth, Leiter Vertrieb Freizeitfahrzeuge bei der Santander Consumer Bank. „Die monatlichen Ratenzahlungen sollten keine Kopfschmerzen bereiten.“ Statt zu hoher Raten rät er, lieber eine längere Laufzeit zu wählen. Auch die Gesamtkreditsumme sollte zum Einkommen passen und das frei verfügbare monatliche Budget nicht übersteigen.
Bei den Finanzierungsmodellen unterscheiden die Spezialanbieter in der Regel zwei Möglichkeiten:
 
•    den klassischen Ratenkredit, bei dem über eine meist lange Laufzeit gleichbleibende, relativ niedrige Monatsraten gezahlt werden
•    den Ballonkredit, bei dem am Ende eine feste Schlussrate offen bleibt, die dann bar bezahlt oder erneut finanziert wird.
 
Welches Modell für wen am besten ist, klären Käufer in einem persönlichen Beratungsgespräch. Grundsätzlich gilt: Klassische Ratenkredite sind planbarer und für all jene zu empfehlen, die monatlich nur kleinere Beträge abzahlen können. Zu lange Laufzeiten bergen aber die Gefahr, zu viel Zinsen zu zahlen und zu wenig zu tilgen. Fast alle Kreditinstitute begrenzen daher die Laufzeit auf maximal 120 Monate. Ballonkredite mit hohen Schlussraten eignen sich für Käufer, die in absehbarer Zeit mit einem größeren Geldeingang rechnen, oder die planen, ihr Fahrzeug nach einer vorab definierten Zeit wieder zu verkaufen. „Die große Mehrheit wählt den klassischen Ratenkredit“, sagt Roth, „auch weil der Kunde ihn jederzeit vorzeitig ablösen kann, wenn er plötzlich doch mehr Geld zur Verfügung hat.“
Auch wenn das Eigenkapital nicht reicht, um einen Caravan gleich bar zu bezahlen – ein gewisser Grundstock sollte vorhanden sein: „Eine Anzahlung lohnt sich immer “, sagt Joachim Roth, „denn die mindert die Kreditsumme und somit die anfallenden Zinsen.“     mar