Nördlicher Schwarzwald Reise Im Meer aus Bäumen

Fichte oder Tanne – das ist hier die Frage. Schwarzwald-Guide Jürgen Rust weiß: „Am einfachsten ist es, auf die Zapfen zu achten. Bei der Tanne stehen sie nach oben, bei der Fichte hängen sie.“

Und wenn grad keine Zapfen dran sind am Baum? „Dann zeigen es die Nadeln“, erklärt Rust. „Bei der Fichte wachsen sie rund um den Ast herum, bei der Tanne nur seitlich. Außerdem gibt es eine ganz einfache Eselsbrücke: Fichte sticht, Tanne nicht.“ Und tatsächlich: Die stumpfen Fichtennadeln piksen deutlich mehr als die saftig grünen Nadeln der Tanne.

Schwarzwald – bei diesem Stichwort denken die meisten wahrscheinlich sofort an den Hochschwarzwald. Titisee und Feldberg, Skispringen und Biathlon, Schwarzwaldklinik und Die Fallers. Doch der Schwarzwald hat viel mehr zu bieten, ist deutlich größer – und beginnt vor allem schon um einiges weiter nördlich.

Südlich von Pforzheim – dem Tor zum Schwarzwald – erstreckt sich der nördliche Schwarzwald. Calw, Nagold, Bad Wildbad und Bad Herrenalb heißen nur einige Orte in der Region. Ob Wanderungen oder Radtouren, Entspannen im Thermalbad oder Kultur und Shopping in einer der größeren Städte: Im nördlichen Schwarzwald ist alles möglich. Und das, weil die Entfernungen nicht so groß sind – auch innerhalb weniger Tage.

Eine Wanderung durch den nördlichen Schwarzwald – mit Jürgen Rust wird sie zum einmaligen Erlebnis. Der Schwarzwald-Guide ist in der Region zu Hause, kennt Stock und Stein und jeden Wanderweg in- und auswendig.

So auch den Wasser-, Wald- und Wiesenpfad zwischen Calw und Bad Teinach-Zavelstein. Knapp 14 Kilometer lang ist der Rundweg, der als Premiumweg ganz besondere Voraussetzungen erfüllen muss. Eine davon: spätestens alle 800 Meter eine andere Landschaft. Und so geht es über Feldwege und Streuobstwiesen hinein in den Wald, über die Butterstaffeln – 100 Jahre alte Stufen, über die Frauen einst ihre Waren zum Markt trugen – hinunter ins Rötelbachtal und über den Felsenweg wieder hinauf auf die Höhe, von der Wanderer bei gutem Wetter bis zur Schwäbischen Alb blicken.

Von Jürgen Rust gibt es währenddessen nicht nur eine kleine Lektion in heimischer Flora, er unterhält die Wanderer auch mit Anekdoten. Am Stubenfelsen, einer imposanten Felsformation, warnt er: „Wer schon einmal geschwindelt hat, wird der Sage nach hier von den beiden gegenüberstehenden Felsen erdrückt.“

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