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Genua, stolze Hafenstadt am Ligurischen Meer

29.05.2024
Text: Ilaria Tortora | Bild: Xedum, Camera di Commercio Genova, Doc. BZ, Carolina Funny

Genua ist eine Stadt voller Geschichten und bietet eine Vielzahl einzigartiger Orte, die es zu erkunden gilt, jeder mit seiner eigenen faszinierenden Verbindung zur Lage der Stadt.

Nach Genua fährt man nicht wegen eines Tages. Da bleibt jeder ein paar Nächte, um die spektakuläre Stadt am Ligurischen Meer zu erkunden. Am besten auf einem der Campingplätz im Osten und Westen der Stadt. Camping Villa Doria erreicht man über die Autostrada dei Fiori nach Nizza. Camping Genova Est ist, wie der Name schon sagt, im Osten der Stadt, an der Straße nach Rapallo. Da die meisten Besucher mit Caravan die Stadt eh über die A7 aus dem Norden anfahren, ist die Entscheidung eher mit der Weiterreise oder mit der Ausstattung der Plätze zu begründen. Die Villa Doria liegt quasi direkt an der A 10, Genova Est etwas oberhalb der legendären Via Aurelia mit traumhaftem Blick übers Meer. Nun aber zur Stadt selbst. Genua ist das Juwel des Mittelmeers mit unzähligen Attraktionen, die wir in vier ganz unterschiedliche Tage einteilen.

Die Kathedrale San Lorenzo ist die Kathedralkirche des Erzbistums Genua und befindet sich im historischen Teil der Stadt mit seinen engen Gassen und vielen Ladengeschäften.

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Kurzinfo Genua

Genua ist die Hauptstadt der Region Ligurien und mit circa 575.000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt Italiens. Die Stadt ist für ihre jahrhundertelange zentrale Rolle im Seehandel bekannt Die Prachtstraßen Le Strade Nuove mit den Renaissance- und Barockbauten der Palazzi dei Rolli im Zentrum der Altstadt wurden im Jahre 2006 von der UNESCO zum Welterbe erklärt.

Tourismus Büro IAT Garibaldi, Via Garibaldi, 12r, I-16124 Genova, Tel.: 0039-01055/72903, info@visitgenoa.it

Tourismus Büro IAT Porto Antico, Ponte Spinola, I-16128 Genova, Tel.: 0039-01055/72903, info@ visitgenoa.it, www.visitgenoa.it/de

1. Tag: Genua für Stadttouristen

In der mittelalterlichen Altstadt – übrigens eine der größten in Europa – übt sich die Kunst des Flanierens und des Stöberns auf der Suche nach reizvollen Einblicken. In den engen Straßen stößt man mit Sicherheit auf historische Geschäfte, wertvolle Zeugnisse der architektonischen Vergan- genheit der Stadt und der Tätigkeit von Händlern und Handwerkern, die bis heute unverändert geblieben sind. Ein Besuch in diesen Geschäften ist ein Muss, um die kommerzielle Seele Genuas zu entdecken.

Die genuesische Tradition bietet auch typische Gerichte, die man bei einem Spaziergang durch die Caruggi im Zentrum genießen kann. Zum Street Food gehört die Farinata, eine Art Crêpe aus Kichererbsenmehl, die man in den traditionellen „sciamadde“, den Läden mit Holzofen in der Mitte, kaufen kann. Am Nachmittag begeben wir uns zum Porto Antico, der Seele des historischen Zentrums von Genua, einem Ort der Begegnung zwischen Geschichte und Moderne und einem großen Platz mit Blick auf das Mittelmeer.

Zu den verschiedenen Attraktionen des Hafens gehört das Aquarium von Genua, in dem 12.000 Exemplare von 600 verschiedenen Arten zu sehen sind, darunter der von Renzo Piano entworfene Walpavillon. Eine Besonderheit ist der große verglaste Tunnel, in dem die Tiere auch aus der Unterwasserperspektive beobachtet werden können. Eine Augenweide: Ein Besuch der Lanterna, 15 Minuten vom Porto Antico entfernt, dem Wahrzeichen der Stadt, dem höchsten mittelalterlichen Leuchtturm des Mittelmeers, sollte man sich nicht entgehen lassen. Man steigt 172 Schieferstufen zur Terrasse hinauf, die einen atemberaubenden Blick auf Genua bietet.

Als krönenden Abschluss nehmen wir den Jugendstilaufzug von 1909 auf der Piazza Portello, um zur Castelletto-Promenade zu gelangen, von wo aus wir den schönsten Blick auf die Stadt und einen hervorragenden und wohlverdienten Aperitivo bei Sonnenuntergang genießen können.

Bildergalerie

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Tipp

Wer sich für eine Tour durch die Museen der Stadt entscheidet, dem empfiehlt sich die Genova Museum Card, eine einzelne Eintrittskarte, die 24 Stunden lang gültig ist und jeweils einmaligen Zugang zu den 28 Museen der Stadt verschafft, zum Preis von 15 Euro einschließlich der öffentlichen Verkehrsmittel AMT. www.museidigenova.it/en/museum-card

2. Tag: Genua in Grün und Blau

In Genua gibt es nicht nur das Blau des Meeres. Das Grün ist allgegenwärtig in Nervi, einem der charakteristischsten Viertel der Stadt, das sich mit seinem System von Parks, die mit historischen Villen verbunden sind, über neun Hektar erstreckt, die nach mediterranen Pflanzen und exotischen Essenzen duften, außerdem gibt es englische Rasenflächen, romantische Gärten, Rosengärten, monumentale Pflanzen, mediterrane Macchia und tropische Pflanzen. Diese Gärten gehörten zu den Villen berühmter Genueser Aristokraten und beherbergen heute Museen, Kunstgalerien und kulturelle Einrichtungen. In der Villa Saluzzo Serra aus dem 16. Jahrhundert, die die GAM – Galleria d’Arte Moderna beherbergt, finden sich Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen vom 19. Jahrhundert bis zur zeitgenössischen Kunst.

Nach den Parks kommt das Meer: Unterhalb der großen Grünfläche verläuft eine der malerischsten Promenaden der Stadt, die über die Steilküste hinausragt. Sie wurde nach Anita Garibaldi benannt und ist eine Abfolge von malerischen Aussichten, Villen, alten Hotels, Türmen – darunter einer aus dem 16. Jahrhundert –, die das Meer überblicken. Am Ende des Weges kommt man zu einem kleinen Hafen, von dem aus man das Panorama bewundern kann, der perfekte Ort für ein Eis.

3. Tag: Die Schätze von Genua

Unbedingt besichtigen sollte man die Palazzi dei Rolli, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden: 42 der mehr als 150 Gebäude sind über das gesamte historische Zentrum verteilt, viele davon entlang der eleganten Via Garibaldi. Einige Palazzi sind immer für die Öffentlichkeit zugänglich und man hat die Qual der Wahl: die Museen der Strada Nuova, insbesondere der Palazzo Bianco, der Palazzo Rosso und der Palazzo Tursi, um eine Reise von den Fresken aus dem 17. Jahrhundert über Paganinis Geige bis hin zu Meisterwerken von Rubens und Van Dyck zu unternehmen.

Nicht weit von der Via Garibaldi entfernt zeigt der Palazzo Spinola di Pellicceria die prächtigen Innenräume der genuesischen Paläste aus dem 17. und 18. Jahrhundert, darunter kostbares Mobiliar aus dem 19. Jahrhundert und Meisterwerke von Antonello da Messina. Sehenswert ist auch das Museum für Orientalische Kunst Edoardo Chiossone im Zentrum Genuas, das sich im historischen Park Villetta Di Negro befindet und die größte Sammlung japanischer Kunst in Italien beherbergt.

Das überwiegend als Wohnviertel genutzte Boccadasse mit pastellfarbenen Häusern und grünen Fensterläden entwickelte sich über das ehemalige Fischerdorf hinaus.

4. Tag: Genua und das Meer

Genua ist eine Stadt voller maritimer Geschichten und bietet eine Vielzahl einzigartiger Orte, die es zu erkunden gilt. Das Abenteuer kann in der malerischen Altstadt beginnen, wo ein Spaziergang entlang des Corso Italia zu einem charmanten Ort führt, den man nicht verpassen sollte: Boccadasse. Diese romantische Bucht mit ihren pastellfarbenen Häusern, die wie auf einer Postkarte aussehen, und den in der Sonne ausgebreiteten Netzen der Fischer zeigt ein authentisches Dorf, das Sie in eine längst vergangene Zeit versetzt.

Das Meer ist gegenwärtig, aber es ist auch Vergangenheit: Im Castello D’Albertis, das über einen eindrucksvollen Aufzug zu erreichen ist, findet man faszinierende Zeugnisse des Seefahrerlebens von Kapitän Enrico Alberto D’Albertis, der auf seinen Reisen Orte und Kulturen in der ganzen Welt entdeckte. Das Museum ist eine wahre Fundgrube von Sammlungen, die in sorgfältig eingerichteten Räumen im Stil vergangener Epochen ausgestellt sind. Hier finden Sie wertvolle ethnografische und archäologische Funde aus fünf Kontinenten, die der Kapitän bei seinen Abenteuern mit Leidenschaft gesammelt hat.

Genua ist eng mit dem Reisen und der Emigration verbunden: Millionen von Italienern haben sich von hier aus auf den Weg nach Amerika, Afrika, Asien und Australien gemacht. Die außergewöhnlichen Lebensgeschichten der Migranten werden anhand authentischer Zeugnisse im wunderschönen MEI – Museo Nazionale dell’Emigrazione Italiana erzählt. Doch erst an Bord eines Schiffes offenbart sich das pulsierende Herz von Genua in seiner ganzen Pracht. Bei einer aufregenden Bootstour kann die Stadt aus einer einzigartigen Perspektive erkundet und all die Schönheit bewundert werden, die sich vor den eigenen Augen entfaltet.

Beide Campingplätze in Genua liegen am Steilhang in Terrassenlage mit tollem Blick aufs Meer.

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Campingmöglichkeiten

Camping Villa Doria, Via al Campeggio Villa Doria, 15, I-16156 Pegli, Tel.: 0039-01069/ 69600, campingvilladoria@gmail. com, www.campingvilladoria.it. Der terrassierte Platz liegt 50 Meter über dem Meer mit großen Laub- und Nadelbäumen zwischen bewaldeten Hängen. Auf einem Hektar Gesamtfläche gibt es 46 Stellplätze und 4 Mieteinheiten. Die Parzellen messen nur 35 qm. Für Zelte gibt es eine se- parate Wiese. Das Sanitärgebäude ist alt, aber sauber. Die Zufahrt ist sehr eng. Es gibt einen kleinen Shop und Frühstücksservice. Das Personal ist hilfsbereit und immer freundlich. In 15 Fußminuten ist man am Bahnhof Pegli und in 20 Minuten Fahrt im Zentrum von Genua. Strom, WLAN und Duschen sind kostenlos. Vergleichspreis: 47 Euro

Camping Genova Est, Via Marconi, I-16031 Bogliasco, Ligurien, Tel.: 0039-01034/72053, info@camping-genova-est.it, www.camping-genova-est.it. Der Platz in steiler Hanglage an einem bewaldeten Berghang bietet einen schönen Ausblick auf den Golf von Genua. Er ist vorwiegend für Zelte, separates Abstellen der Pkws ist obligatorisch. Für Caravans und Wohnmobile stehen 11 Parzellen zur Verfügung. Es sind schmale Terrassen mit teils hohen Laub- und Nadelbäumen. Der Platz hat ein ordentliches Restaurant und einen kleinen Shop. Leider sind die Sanitäranlagen etwas altmodisch, aber doch recht sauber. Die Anfahrt ist schmal und steil, Autobahn und Bahnlinie sind auch hier in Hörweite. Es gibt einen kostenlosen Shuttle-Bus zum Bahnhof, da er viel von Rucksacktouristen frequentiert wird, die in einer der zehn Mieteinheiten wohnen. Vergleichspreis: 37,20 Euro

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