Der aktuelle ASX darf als Mildhybrid-Benziner 1.500 Kilogramm ziehen. Wie schlägt sich das kompakte Crossover-Modell im Gespann auf der Langstrecke?
Ein Blick in die Zulassungsbescheinigung zeigt die japanisch-französische Zusammenarbeit noch deutlicher als die verblüffende Optik des ASX. In der Zeile D.1 steht bei „Marke“ Mitsubishi, sechs Zeilen weiter steht unter „Hersteller“ Renault. Aha – das erklärt, warum der ASX bis auf den Kühlergrill, die Schriftzüge und Logos so ganz nach Renaults Captur kommt. Die Japaner kooperieren beim kompakten SUV maximal offen mit den Franzosen. Es gibt aber doch Unterschiede.
Vor allem erlaubt Mitsubishi dem ASX mit 1,3-l-Benziner als Mildhybrid mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe 1.500 Kilogramm Anhängelast – das ist für die Fahrzeugklasse ordentlich und es reicht durchaus für einen moderat ausgestatteten Reisecaravan. Da würde es beim Renault mit 1.200 Kilogramm Anhängelast sehr schnell sehr knapp. Was auch für den 1,3-Liter-ASX mit manuellem Getriebe gilt. Die 1,6-Liter-Modelle als Hybrid und Plugin-Hybrid dürfen mit ihrem Multimode-Getriebe, das zwischen E-Antrieb und Verbrenner umschalten kann, gar nur 750 Kilogramm ziehen.
So ist der 1,3-Liter-Benziner mit DSG im Test die einzig sinnvolle Wahl für Caravaner. Stellt sich die Frage, wie sich der kompakte Mildhybrid im Gespann macht und ob er für die lange Tour in den Campingurlaub taugt. Die Daten sehen auf den ersten Blick gar nicht schlecht aus. Mit fast 160 PS Leistung und 270 Newtonmetern Drehmoment sollte der ASX schon etwas bewegen können.
Tut er auch, spätestens mit dem Urlaubsdomizil am Haken will der kleine Vierzylinder Turbobenziner dann aber doch Drehzahl, wenn es halbwegs flott losgehen soll. Da ist nicht nur auf feuchter Straße schnell mal die Antischlupfregelung gefragt. Auch mit sensiblem Gasfuß ist da etwas Übung gefragt, weil das Siebengangdirektschaltgetriebe sich erstmal ein wenig Zeit lässt, bis es die Motorkraft auf Antriebswellen und Vorderräder durchleitet.
Antrieb
Karosserie
Anhängelast
Fahrleistungen
Sonstiges
Rollt die Fuhre, geht es aber gut vorwärts, wobei das Getriebe mit Last am Haken offenbar gern und damit viel schaltet, das macht die Tour im Auf und Ab landschaftlich reizvoller Straßen schon etwas unruhig. Der Motor dreht dabei aber stets gleichmäßig und zügig hoch und er wird trotz des nötigen Drehzahlniveaus nicht unangenehm laut. Da sind bei höherem Tempo der Fahrtwind und bei schlechteren Wegen das Fahrwerk schon deutlicher vernehmbar.
Die adaptive Tempoautomatik hält selbsttätig den vorgegebenen Abstand nach vorn, bremst aber spät und dann nachdrücklich, wenn der Abstand zu schnell schrumpft. Insgesamt trägt das alles zum nicht so ganz harmonischen Gesamteindruck des Autos bei. Anhalten, Motor stoppen, wieder starten und weiterfahren kann das System gut – solo und im Gespann echter Komfort in dichterem Verkehr.
Die 158 PS macht der kleine Benziner dabei freilich nicht aus dem Nichts. Im Test war er auf entspannten Autobahnetappen im Eco-Modus solo mit 6,5 Litern Super auf 100 Kilometern zufrieden, im Gespann waren es auf der Landstraße fünf Liter mehr. Der ASX ist keine Reiselimousine, da sind die Ansprüche an Komfort und Platz für Passagiere und Gepäck andere. Dennoch wirkt die Ergonomie um den Fahrersitz für durchaus normalgewachsene Testpiloten etwas gewöhnungsbedürftig.
Das Lenkrad ist ziemlich hoch positioniert und stellt man den Sitz höher, wird es im Einstieg oben knapp. Auf dem Beifahrersitz fällt das so überhaupt nicht auf. Die mit Leder und Ledernachbildung bezogenen Sitze des bestens ausgestatteten Testwagens sind straff gepolstert und in der Sitzfläche wenig konturiert. Das kann auf langen Strecken anstrengend werden. Hinten reichen der Freiraum für die Knie und die Kopffreiheit nicht nur Kindern.
Der Stauraum ist im 67 Zentimeter tiefen Kofferraum für ein Kompakt-SUV in Ordnung. Legt man die Sitzlehnen um, wächst das Gepäckabteil auf immerhin fast eineinhalb Meter. Öffnet man die Heckklappe bei Regen, steht man vor einem regelrechten Tropfenvorhang. Oder in demselben, wenn man zum Ein- oder Ausladen an den Kofferraum tritt. Das Urteil unterm Strich: Wer nur ein oder zwei Mal im Jahr den Caravan nutzt und sonst ein unkompliziertes handliches Auto sucht, ist mit dem ASX nicht schlecht bedient.
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