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Zeitreise in die Moderne

12.09.2023
Text: Michael Fischer | Bild: Willeke Machiels, VisitBrabant

Die niederländische Region Brabant ist schnell zu erreichen, bietet viel Abwechslung auf kleinem Raum und trumpft außerdem mit vielen Campingplätzen auf. CCC stellt vier gut kombinierbare Campingtouren vor.

So ist das mit der Tradition. 1183 wurde das Herzogtum Brabant gegründet und gilt als die Wiege der Niederländer. Heute ist das historische Gebiet zweigeteilt, besteht aus der im Süden der Niederlande gelegenen Provinz Noord-Brabant und den belgischen Provinzen Antwerpen und Brabant. In den Niederlanden bündeln sich in Brabant spannende Städte, historische Festungen und malerische Rad- und Wanderrouten durch die Nationalparks der Region. Da ist für jeden Geschmack das passende Angebot dabei. Das beginnt schon bei der Wahl des Nachtquartiers: Vom Minicamp auf dem Bauernhof über eine Übernachtung im Grünen am Rand des Nationalparks bis hin zum komfortablen Campingplatz mitten in der Stadt ist alles möglich.

 

Bei einer Bootsfahrt über die Grachten von ’s-Hertogenbosch wird das Mittelalter wieder lebendig.

Start in ’s-Hertogenbosch

Rund um ’s-Hertogenbosch geht es auf Zeitreise, denn eine Erkundung Brabants startet idealerweise in der Hauptstadt Noord-Brabants. Der Caravan steht auf dem gemütlichen Mini-Camping In het Groen in Rosmalen von Petra und Wim. Die beiden haben 2020 den Platz neben ihrem Garten eröffnet und bieten Parzellen und Mietcaravans an. Im Osten der Stadt mitten im Grünen gelegen, ist er ideal für die Erkundung der Region.

Bildergalerie

Zuerst lockt das verwinkelte Zentrum. Auch heute noch thront die beeindruckende St.-Johannes-Kathedrale über den engen Gässchen und dicken Festungsmauern der Stadt, genau wie zu Zeiten des berühmten Malers Hieronymus Bosch. Ob auf einer Grachtentour, bei einem Besuch im Designmuseum oder beim Genuss der süßen Leckerei „Bossche Bollen“: Man versteht schnell, warum Hieronymus Bosch seine Heimatstadt nie länger verlassen hat.

In der Festungsstadt Grave fand so manche historische Schlacht statt. Alle Forts und befestigten Städte haben ihre ganz eigene spannende Geschichte, die sich zu erkunden lohnt.
Foto: VisitBrabant

Auch Van Gogh ist ein Sohn der Provinz Brabant. Seine Werke sind im Het Noordbrabants Museum in ’s-Hertogenbosch zu bewundern. Rund um die Hauptstadt Brabants laden Schlösser, Burgen und Festungen zu einer Zeitreise ein. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch im Schloss Heeswijk. Anschließend führt die Route ins Festungsstädtchen Grave. Einen schönen Kontrast zu den mitunter düsteren Anekdoten dieses Ortes bildet der beschauliche Stellplatz „De kleine Geest“ mit Blick auf den See.

Am nächsten Tag reisen die Camper noch weiter zurück in die Vergangenheit: Im Naturgebiet De Maashorst warten archäologische Ausgrabungsstätten mit Funden aus der Eisenzeit und die „Ureinwohner Brabants“, besser bekannt als Wisente, Heckrinder und Exmoor-Ponys.

Rund um Tilburg

Zwischen Maas und der „Sahara Brabants“ liegt Tilburg quasi mitten im Zentrum von Nordbrabant. Der ideale Ausgangspunkt für diese Region liegt im Festungsdorf Heusden. Der gleichnamige Stellplatz am Jachthafen bietet eine traumhafte Aussicht auf die Maas, ist aber nur für Wohnmobile erlaubt. Caravaner ziehen deshalb auf den außerhalb der Stadt liegenden Minicamp de Reekens, nur zwölf Gehminuten vom historischen Ortskern entfernt.

Wandern in Heusden
Foto: VisitBrabant

Heusden gilt als eine der schönsten Festungsstädte der Niederlande. Inmitten der schmucken Gässchen, die sich um den belebten Vismarkt schmiegen, wähnt man sich im 17. Jahrhundert, würden da nicht die schönen Straßencafés und hippen Boutiquen zum Verweilen einladen. Zu den Ausflugsmöglichkeiten zählt neben der Wanderroute entlang des Walls, eine Fahrradtour zum Nationalpark De Loonse en Drunense Duinen, der aufgrund seiner beeindruckenden Sandverwehungen auch „die Sahara Brabants“ genannt wird.

Vom Stadtcamping Tilburg lassen sich das Zentrum und die beliebte Spoorzone gut erkunden.
Foto: VisitBrabant

Wer mit Kindern reist, sorgt mit einem Ausflug in den Freizeitpark Efteling für strahlende Gesichter. Der Caravan kann auch in Tilburg auf dem zentral gelegenen Campingplatz geparkt werden. Der erst 2019 eröffnete Park bietet eine Kombination aus Grünflächen, Sportangeboten und gastronomischen Entdeckungen in der Spoorzone und Tilburg lässt sich perfekt zu Fuß erkunden. Wer Zeit übrig hat, sollte noch inmitten der wilden Tiere im nahe gelegenen Safaripark Beekse Bergen übernachten.

Safaripark Beekse Bergen
Foto: VisitBrabant

Rund um Breda

Die Region zwischen Bergen op Zoom und Breda ist flach wie ein Teller und war viel umkämpft. Hier münden Maas und Schelde breit ins Meer. Nach einem Bummel durch die Altstadt von Bergen führt die Route an der historischen Zuiderwaterlinie entlang. Diese ehemalige Verteidigungslinie besteht aus zahlreichen Festungsstädten und Forts. Besonders lohnend sind Abstecher zum Fort de Roovere, nach Willemstad und in das gut versteckte Fort Sabina mit seinen zahlreichen unterirdischen Gängen.

Das Gevangenpoort in Bergen op Zoom ist eines der ältesten erhaltenen Stadttore der Niederlande. 450 Jahre lang diente es als Gefängnis.
Foto: VisitBrabant
Lohnt sich: Festungsstadt Willemstad mit Hafen.
Foto: VisitBrabant

Aus dieser Region stammt auch der berühmteste Brabanter Künstler aller Zeiten: Vincent van Gogh. Am Menmoerhoeve startet der 14 Kilometer lange Van-Gogh-Wanderweg. Er führt durch jene Heidelandschaft, die den Maler zu seinen frühen Werken inspirierte. An der Stelle, an der Vincent van Gogh am 30. März 1853 das Licht der Welt erblickte, steht heute das Vincent van Gogh Huis, ein lebendiges Kunstzentrum.

Unweit der Grenze zu Belgien verbrachte der Protestant seine Kindheit im streng katholischen Zundert. In der Dauerausstellung „Vincent van Gogh – Die Wurzeln eines Meisters“ führt Vincent die Besucher in einem Hörspiel über seine Jugend und seine Auseinandersetzung mit dem Glauben persönlich durch das Museum.

Street-Art in Breda
Foto: VisitBrabant

Die modernen Nachfolger Van Goghs trifft man entlang der Blind Walls Gallery in der lebensfrohen Stadt Breda, die mit ihren Terrassencafés, Restaurants und Pubs an englische Vorbilder erinnert. Die mehr als 100 Street-Art-Kunstwerke sind über ganz Breda verteilt und erzählen von der bewegten Geschichte der Stadt, für deren Aufschwung die Familie Nassau verantwortlich war. Neun Mitglieder der Adelsfamilie sowie der erste Prinz von Oranien sind hier begraben.

Dem Hause Nassau-Oranien gehört auch die niederländische Königsfamilie an. Das prächtigste Bauwerk von Breda ist die gotische Grote Kerk, von deren fast 100 Meter hohen Turm man eine fantastische Aussicht auf die Stadt hat. Weniger spektakulär, dafür sehr idyllisch ist der historische Begijnhof mit Kräutergarten und den ersten Frauenhäusern, die nichts mit Nonnen zu tun hatten. Im kleinen Museum wird die Geschichte der Beginen schön erzählt, aber leider nur auf Niederländisch oder Englisch.

Rund um Eindhoven

Technik, Design und viel Natur kombiniert die Region um Eindhoven. Sie gilt als Stadt der Innovationen. Einst prägte die Firma Philips mit ihren technischen Neuheiten das Stadtbild, heute sind es junge Kreative, die Eindhoven mit Galerien, Designstudios und Pop-up-Läden einen frischen Anstrich verleihen. Philips Museum und Van Abbemuseum sind einen Abstecher wert. Im Nordwesten beherbergt der ehemalige Industriekomplex Strijp-S Designgeschäfte und Restaurants.

Logiert wird im 15 Minuten entfernten Mierlo. Der Campingplatz bildet einen ruhigen Kontrast zur Innenstadt. Von hier ist es nicht weit nach Helmond und ins gleichnamige Schloss. In der größten Wasserburg der Niederlande lohnt sich eine Führung, denn in den letzten 700 Jahren spielten sich hier viele Dramen ab.

Eindhoven wartet aber auch mit Naturerlebnissen auf: Der Nationalpark De Grote Peel bietet Wanderern und Radfahrern gut ausgeschilderte Routen. Zwischen kleinen Seen, Sumpfgebieten und Heidefeldern leben über 200 Vogelarten. Auch Shetlandponys begegnet man unterwegs. Zur Übernachtung bietet sich der familiäre Stellplatz des Bauernhofs De Soley an.

Infos zur Region auch hier: www.visitbrabant.com/de, Niederländisches Büro für Tourismus & Convention, Erftstraße 15-17, 50672 Köln, www.holland.com

Foto: Camping de Posthoorn

Infobox

Campingmöglichkeiten in Nordbrabant

B&B en Minicamping In het Groen, Sprokkelboschstraat 2A, NL-5243 RK Rosmalen, Tel.: 0031-611260025, info@inhetgroenrosmalen.nl, https://inhetgroenrosmalen.nl. Campingparzelle für 1 oder 2 Personen 19,50 Euro, Zelt 1 Person 12,50 Euro, Zelt mit 2 Personen 15 Euro, kostenloser Strom und Sanitäranlagen, eine zusätzliche Person pro Nacht kostet 5 Euro.

Minicamping de Reekens, Eingang zum Camping über Westakker, NL-5256 Heusden, Tel.: 0031-683434731, info@campingdereekens.nl, www.campingdereekens.nl. Parzelle für 2 Personen 25 Euro, zusätzliche Person (12 Jahre und älter) 3,50 Euro, Haustiere an der Leine 1 Euro, Kurtaxe 1,10 Euro.

Stadscamping Tilburg, Spoorpark 2, NL-5038 LS Tilburg, Tel.: 0031-132032631, kamperen@stadscampingtilburg.nl, www.stadscampingtilburg.nl. Stellplatz inkl. Strom 13 Euro, Zelt 8,50 Euro, Person 7,25 Euro, Kind bis 12 Jahre 4,25 Euro.

Camping de Posthoorn, (Foto) Pierestraat 16, NL-4715 RP Rucphen, Tel.: 0031-165341688, ln.nehpcurnroohtsop@ofni, www.campingdeposthoorn.nl. Stellplatz inkl. 2 Personen und Strom 28 Euro.

Camping De Menmoerhoeve, Zundertseweg 66, NL-4876 Etten-Leur, Tel.: 0031-765961602, info@menmoerhoeve.nl, www.menmoerhoeve.nl. Caravan und Auto 3,50 Euro, Person 7 Euro, Kinder 4,50 Euro, Strom 4 Euro, Hund 1 Euro.

Camping de Sprink, Kasteelweg 21, NL-5731 PK Mierlo, Tel.: 0031-623327122, info@campingdesprink.nl, www.campingdesprink.nl. Preise für 2 Personen 21 Euro, Kurtaxe: 2,92 Euro, Energiezuschlag: 2,50 Euro, zusätzliche Person 8 Euro, Haustier: 1 Euro.

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