> Städtetipp Bad Bederkesa

Meer, Moor und See

08.04.2024
Text: Claus-Georg Petri | Bild: Roland Goetz, Arkadius Rojek, Florian Trykowski

Gute Luft und Heilbad mit Therme: Gesundheit wird in Bad Bederkesa großgeschrieben. Campingbegeisterte finden ein ungeahnt breites Freizeitangebot. Auch vor den Stadttoren.

Zugegeben: Für die meisten Campingreisenden in Deutschland liegt Bad Bederkesa ziemlich weit weg. Wer aber den Weg geschafft hat ins nördliche Elbe-Weser-Dreieck und auf dem Campingplatz von Bad Bederkesa festgemacht hat, der wird belohnt mit einer Rundum-Gesund-Packung. Die Übernachtungsmöglichkeiten liegen übrigens nahe am Kanal, dem Schifffahrtsweg Elbe-Weser. Auf dem Regenbogen-Camp, das von dem Bad mit dem Rad oder zu Fuß gerade einmal 1,3 Kilometer entfernt liegt, finden 230 Camping-Fahrzeuge auf überwiegend parzellierten Flächen ein ruhiges Plätzchen: mitten in der Natur und direkt am idyllischen Bederkesaer See, dem Mittelpunkt der zur Stadt Geestland im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven gehörenden Ortschaft.

Immer am Wasser: Bad Bederkesa liegt am Kanal, dem Schifffahrtsweg Elbe-Weser.
Foto: Florian Trykowski

Infobox

Info Bad Bederkesa

Bad Bederkesa, Luftkurort und Moorheilbad, ist Teil der 2015 gebildeten Stadt Geestland im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven. Der Ort liegt im nördlichen Elbe-Weser-Dreieck etwa 20 Kilometer östlich von Bremerhaven am Bederkesaer See und am Elbe-Weser-Schifffahrtsweg. In Bad Bederkesa leben 5.700 Menschen. Der Ort ist besonders empfehlenswert für Erholungssuchende, die ein beschauliches Urlaubsziel in idyllischer Landschaft schätzen.

Tourist-Info, Berghorn 13, 27624 Geestland/Bad Bederkesa, Tel.: 04745/94335, www.geestlanderleben.de

Moor-Therme, Berghorn 13, Tel.: 04745/94330, www.moor-therme.de Burg/Museum Bad Bederkesa, Amtsstraße 17, Tel.: 04745/94390, www.burg-bederkesa.de

Mühle, Beerster Mühlenweg 11, www.windmuehle-bederkesa.de

Die Therme dürfte für viele Gäste des Luftkurortes und Heilbads eine der Top-Adressen sein. Dort kommt Moor zum Einsatz als eine Wunderwaffe der Natur – davon gibt es in Bad Bederkesa jede Menge. Das natürliche Heilmittel aktiviert den Stoffwechsel, fördert die Durchblutung, entspannt die Muskulatur und wirkt wie ein Jungbrunnen auf die Haut.

Im Gesundheitszentrum der Moor-Therme werden ambulante Badekuren oder einzelne Anwendungen mit dem heimischen Moor durchgeführt. Zusätzlich gibt es dort Massagen, Krankengymnastik und Entspannungsbäder. Raus aus dem Wohnwagen: Wem nach einer Auszeit für alle Sinne ist, der gönnt sich in der Moor-Therme eine Ruhepause. Im Bade- und Saunaland erwartet die Gäste Becken, Whirlpools, ein Kinderbereich, eine Riesenreifenrutsche und wohltemperierte Saunen.

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Moor- und Seenlandschaften, Heide, Wälder und das Wattenmeer prägen die Region

Irgendwann ist klar: Auch außerhalb der Therme dürfte es schön sein. Schließlich liegt die Samtgemeinde Bad Bederkesa als Teil der Stadt Geestland (der andere Teil ist Langen, beide Orte haben sich am 1. Januar 2015 zu Geestland zusammengeschlossen) im Herzen des Cuxlandes, eingebettet in die norddeutsche Küstenlandschaft zwischen Elbe, Weser und Nordsee. So umgeben Bad Bederkesa weite Heide, das Ahlenmoor, der Bad Bederkesaer See, Wälder und die Nordsee samt Wattenmeer.

Wer in dieser Region wandert oder radelt, findet Zeugnisse jahrhundertealter Geschichte, etwa Hünengräber, Burgen, Windmühlen und Museen. Rund um Bad Bederkesa tummeln sich Rad- und Wanderfreunde auf einem gut ausgeschilderten Wegenetz oder tauchen ein in die geheimnisvolle Welt der Moore. Doch allzu weit muss kein Campingfreund losziehen, um Natur zu erleben: Der Bederkesaer See mit seinem Sportboothafen ist in wenigen Minuten erreicht.

Um den 215 Hektar großen Moorsee, er ist im Mittel nur 1,10 Meter tief, führt ein sieben Kilometer langer Rundweg. Auch hier kommen Wanderer und Radler auf ihre Kosten: Tafeln informieren über Tier- und Pflanzenwelt im, am und um den See. Von zwei Aussichtstürmen aus sind See und Land gut zu überblicken. Zahlreiche Bänke laden zur Pause ein. Oder zum entspannten Zugucken: Angler sitzen an den nur wenigen Ufer- Angelstellen des Bederkesaer Sees, holen dicke Brassen aus dem Wasser, Aale und Zander. Eher selten geht einer der raren Binnenstinte an den Haken. Beliebter noch als von Land ist das Angeln aus dem Boot. Die Lizenz kostet für 24-Stunden ab 11, für eine Woche 44 Euro.

Die Windmühle ist das unübersehbare Wahrzeichen des Ortes.

Nach der vielen frischen Luft tut ein Stadtbummel gut. Da Bad Bederkesa mit 5.700 Einwohnern nicht sehr groß ist, hält sich die Liste der Sehenswürdigkeiten in Grenzen – was aber nichts über deren Qualität aussagt. So gilt es als Muss, die Burg zu besuchen, die vom Campingplatz gut zu Fuß zu erreichen ist. Die Niederungsburg besteht aus einem dreiflügeligen Schloss, dessen Bauten zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert entstanden sind. Vom See trennt sie die Wasserverbindung von der Geeste zum Hadelner Kanal. Vor der Burg stehen eine Kanone und der Bederkesaer Roland. Diese Figur ist nur 1,90 Meter groß und damit der kleinste der steinernen Rolande. Dargestellt ist er als Ritter in türkiser Rüstung der Spätrenaissance, aufgestellt wahrscheinlich zwischen 1599 und 1604.

Sehenswert ist auch das Museum im Inneren der Burg. Es birgt archäologische und kulturhistorische Funde von mehr als 10.000 Plätzen des Landkreises Cuxhaven vom 4. Jahrtausend vor Christus bis zur Neuzeit. Gut erhalten sind Holzfunde aus der Wurtensiedlung Feddersen-Wierde vom 1. bis 5. Jahrhundert. Im Ort Bad Bederkesa selbst ist das alte Amtshaus von 1740 mit seiner Amtsscheune ein lohnendes Ziel. Auch das Wohnhaus in der Seebackstraße 18 gilt als besonders schönes architektonisches Beispiel norddeutscher Architektur.

Die evangelisch-lutherische neugotische Kirche St. Jacobi stammt aus dem Jahr 1861. Die erste Kirche an dieser Stelle wurde schon 1295 erstmals erwähnt. Unübersehbares Wahrzeichen des Ortes ist die Kornwindmühle. Sie streckt auf dem 33 Meter über NN hohen Mühlenberg, einem der höchsten und vermutlich windigsten Punkt von Bad Bederkesa, ihre vier Flügel in den Himmel.

Die Holländerwindmühle mit achteckigem Unterbau stammt aus dem Jahr 1881. Tipp: Freitags in der Saison wird frischer Butterkuchen aus dem Mühlenofen angeboten. Den können Besuchende mitnehmen – vielleicht bei einer Fahrt mit der Museumsbahn – und in den eigenen vier mobilen Wänden genießen. Ob nun im Städtle unterwegs oder auf dem Campingplatz, eins bleibt gleich – die Atmosphäre im Elbe-Weser-Dreieck schmeckt immer gut.

Einfahrt zum Regenbogen-Camp in Bad Bederkesa mit 230 überwiegend parzellierten Stellflächen. Sie stehen dann in der Nähe der Moor-Therme.

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Camping in Bad Bederkesa

Regenbogen-Camp, Ankeloher Straße 14, Tel.: 04745/7820192, www.regenbogen.ag

Direkt am Geeste-Kanal gelegen liegt die ruhige Ferienanlage in einer parkähnlichen Anlage, nur wenige Gehminuten vom Ortszentrum entfernt. Der Platz ist von 28. März bis 6. Oktober geöffnet. Hunde sind erlaubt. Kinderspielplatz, Pool/Freibad und Kinderanimation. Praktisch für SUP und Kajak: eigener Anlieger, um entspannt aufs Wasser zu gelangen. Bei schlechtem Wetter lockt das Hallenbad (in 1 km). Tipp: Tagesausflüge nach Cuxha- ven, Bremerhaven oder Wingst. Auf 13 ha Fläche 230 Touristenplätze (200 parzelliert). Preis: 2 Erw.+ Kind (10J) + Standplatz: ab 19 Euro, inkl. Strom und Dusche.

Redaktion
Claus-Georg Petri
Claus-Georg ist seit 1995 bei Camping, Cars & Caravans und ist Experte für Reisen und Hintergründe und alles Mögliche.
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