Naturbühne Achensee in Tirol: Vorhang auf zwischen Berg und Wasser. Der Winter bereitet seine schönste Kulisse vor, Akteure und Zuschauer sind die Urlauber selbst – im Wohnwagen mit Logenplatz.
Mautfrei erreicht das Gespann sein Ziel. Nicht selbstverständlich in Österreich, wo fast jede Fahrt über die Autobahn mit dem Pickerl oder mit Strecken-Maut abgerechnet wird. Zum Achensee indes ist schon die Anreise ein Vergnügen, führt sie doch in Deutschland vorbei am Sylvensteiner Stausee südlich von Lenggries über die Grenze knapp 13 Kilometer durchs verschneite Gebirge direkt bis ans zugefrorene Wasser.
Erste Adresse für Camper, die aus Deutschland anreisen, ist der Alpen Caravan Park Achensee (Titelbild), da er am Nordzipfel des größten Sees Tirols liegt. Er bietet auf dem Gelände 180 großzügig angelegte Flächen, und sogar vor der Schranke finden Urlauber im Wohnmobil-Hafen ein schönes Plätzchen.
Doch diese Anlage ist nicht die einzige, die mobile Urlauber am Achensee willkommen heißt: Insgesamt fünf Campingplätze finden sich rund um das Tiroler Meer. Allerdings haben nur vier von ihnen im Winter geöffnet. Von allen Plätzen aus lassen sich die Gebiete für das winterliche Freizeitangebot gut erreichen.
Tatsächlich eignet sich der Achensee ausgezeichnet für winterliches Vergnügen. Er schmiegt sich wie ein Fjord in die ihn umgebenden Berge, liegt auf einer Höhe von 930 Metern über NN, ist 8,4 Kilometer lang, einen Kilometer breit und bis zu 133 Meter tief. Um ihn herum gruppieren sich die Orte Achenkirch, Maurach, Pertisau, Steinberg und Wiesing mit ihren insgesamt 7.878 Einwohnern.
Diese fünf Städtchen haben sich unter der Marke „Tirols Sport & Vitalpark“ zusammengeschlossen. An die 50 Sportarten können Gäste hier ausüben – dazu gehören im Winter anspruchsvolle Abenteuer am Berg bis hin zu familienfreundlichen Rodelpartien, Snowtubing, Winterreiten und genussvolle Spaziergänge durch die verschneite Landschaft. Nicht zu vergessen natürlich Skitouren, Alpinski, Langlauf – und Ballonfahren.
Auf 150 Kilometern geräumter Winterwanderwege entdecken mobile Urlauber die verschneite Landschaft rund um den Achensee direkt vom Reisemobil aus. Beliebte Ausflugsziele sind die sanft ansteigenden Karwendeltäler bei Pertisau sowie die Seewege von Pertisau nach Maurach und in Achenkirch. Das beliebte Alpengasthaus Pletzachalm oder das Alpengasthaus Falzturn sowie die Sennhütte Falzthurn sind lohnende Ziele, die nach etwa einer Stunde erreicht werden. Für die Gramai Alm müssen zwei Stunden einkalkuliert werden.
Wer Bilderbuchidylle in Reinkultur erleben möchte, begibt sich auf den einstündigen Rundwanderweg durch das Bergsteigerdorf Steinberg am Rofan. Nicht weniger romantisch ist die Wanderung vom kleinen Örtchen Wiesing aus zum Wiesinger Bühel. Tipp: Wer abseits der Winterwanderwege laufen will, schnallt sich Schneeschuhe unter. Sie ermöglichen die Tour in ruhiges Gelände. Aber bitte nicht zu tief in den Wald laufen – das stört die Tiere.
Mehr als 230 Kilometer Loipen ziehen sich durch das Hochtal rund um den Achensee. Skater wie Anhänger des klassischen Stils finden hervorragend präparierte Strecken unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Einsteiger probieren die Sportart auf der Übungsloipe in aller Ruhe aus, lernen Spurwechsel und Bremsen. Wer seinen Vierbeiner mitnehmen möchte, kommt auf einer eigens ausgewiesenen Hundeloipe niemandem ins Gehege.
Im Achensee-Langlaufcamp bei Peter Schwandl lernen Fortgeschrittene und Wiedereinsteiger das Skating und Klassisch Langlauf von Grund auf. Sie holen sich Tipps beim versierten Langlauf-Trainer, der sie in Kleingruppen oder in Einzelunterricht einführt und die Reviere zeigt.
Klein, aber abwechslungsreich präsentieren sich die Skigebiete am Achensee. So erschließen die Hochalmlifte Christlum in Achenkirch, Rofanseilbahn in Maurach und Karwendel-Bergbahn in Pertisau sowie die Lifte in Steinberg und Wiesing insgesamt 53 Pistenkilometer bis in eine Höhe von knapp 1.900 Metern. Dank ihrer breiten Pisten eignen sich die Skigebiete besonders für Familien und Wiedereinsteiger. Die Profis in den Skischulen helfen bei den ersten Anfängen genauso wie beim Erlernen des perfekten Schwungs. Aber auch Carving-Freunde und Snowboarder schätzen die perfekt präparierten Verhältnisse.
Tipp: Der Zwölferkopf ist ein kleines, aber feines Skigebiet, das mit sonnigen Pisten und Blick auf den winterlichen See punktet. Direkt an der Talstation laufen zudem die Planberg- und Wiesenlifte Pertisau. Sie gehören zwar nicht direkt zum Zwölferkopf und erfordern ein eigenes Ticket, bieten aber ein ideales Umfeld für Anfänger: Das kleine, familiäre Skigebiet mit vier gepflegten Pisten auf rund einem Kilometer Länge ist wie geschaffen für Kinder und Einsteiger. Fortgeschrittene können am Morgen mit dem Earlybird ihre Kurven in den Schnee ziehen.
Familienfreundlich oder doch lieber die rasant-anspruchsvolle Variante? Am Achensee wählen Kufen-Piloten zwischen sechs Naturrodelbahnen mit bis zu 4,8 Kilometer Abfahrtsspaß für alle Altersklassen. Wer es etwas bequemer mag, schwebt in Achenkirch mit dem Lift zum Startpunkt oder nutzt in Pertisau den Rodelexpress für den Aufstieg. In Pertisau bringt die Karwendel-Bergbahn Gäste bequem zur knapp fünf Kilometer langen Rodelbahn am Zwölferkopf.
Tipp: Nachtschwärmer aufgepasst – in Achenkirch treffen sich Rodler auf der Christlum immer mittwochs. Vier andere Rodelbahnen in Maurach, Pertisau, Steinberg und Wiesing sind die ganze Woche über bis spät nachts beleuchtet.
Schon vor rund 500 Jahren entdeckten die österreichischen Landesfürsten, Kaiser und Könige den Achensee für sich, meist zum Jagen oder Fischen. Bereits im 19. Jahrhundert, als die Sommerfrische auch unter wohlhabenden Bürgern in Mode kam, setzte die touristische Entwicklung ein: Seit 1887 schippern Urlauber mit dem Dampfer über das Tiroler Meer. Zwei Jahre später wurde die Achenseebahn in Betrieb genommen, die als älteste Dampf-Zahnradbahn Europas wie einst verkehrt.
Der Winterfahrplan der Achensee Schifffahrt läuft als „Winterlinie“ mit eingeschränkten Verbindungen. Meist zwei Mal täglich, um ein entschleunigtes Wintererlebnis zu bieten, da die klassischen Dampfschifffahrten in der kalten Jahreszeit pausieren, bis sie zur Hauptsaison am 1. Mai wieder startet.
Der Achensee liegt wie ein Fjord umschlossen von Rofangebirge im Osten und Karwendelgebirge im Westen auf 930 Meter Seehöhe. Er ist 8,4 Kilometer lang, einen Kilometer breit und bis zu 133 Meter tief. Um den größten See Tirols, auch Tiroler Meer genannt, gruppieren sich Achenkirch, Maurach, Pertisau, Steinberg und Wiesing. Die fünf Orte haben sich unter der Marke „Achensee, Tirols Sport & Vitalpark“ zusammengeschlossen. An die 50 Sportarten können Gäste hier ausüben – dazu gehören im Winter anspruchsvolle Abenteuer am Berg bis hin zu familienfreundlichen Rodelpartien, Snowtubing, Winterreiten und genussvollen Spaziergängen durch die verschneite Winterlandschaft.
Nicht zu vergessen natürlich Skitouren, Alpinski und Langlauf.Der Achensee ist von Deutschland aus mautfrei zu erreichen.
Zulässige Höchstgeschwindigkeit inner-/außerorts für Reisemobile bis 3,5 Tonnen: 50/100 km/h. Achtung: viele Radarfallen. Promillegrenze: 0,5. Fahrlicht ist Pflicht, ebenso Mitführpflicht von Warnwesten entsprechend der Personenanzahl an Bord des Mobils.
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